Wir sind an einem Samstag nach Naberera zum Diakonischen Seminar für die Verantwortlichen der Gemeinde eingeladen. Das liegt gute zwei Fahrstunden über Piste südlich von Arusha, an unserer ehemaligen Strecke nach Kibaya.
Hier hat 1927 der deutsche Missionar Blumer den ersten Massai-Gottesdienst gefeiert. Die große Akazie vor der Kirche erinnert noch immer daran.
Nach der Übernachtung bei einer der Kirchenältesten feiern wir am Sonntag um sieben Uhr mit etwa 200 Christen den ersten Gottesdienst und fahren anschließend noch in einen weit entfernten Sprengel weit draußen in der Steppe.
In Olahaiki gibt es weder Wasser noch Schule noch Krankenstation. Aber eine kleine Lehmkirche, die heute so voll ist, dass uns in der Hitze schier die Luft zum Atmen fehlt.
Hier draußen ist die Welt….soll ich sagen… noch in Ordnung? Nein.
Hier ist alles noch sehr rückständig – und manches ist deshalb auch noch schöner. Aber die wenigsten Kinder werden in die Schule geschickt, und die meisten Frauen werden immer noch in sehr jungen Jahren verheiratet und können eben nicht lesen, schreiben und rechnen.
Da wundert es uns auch kaum, als wir später erfahren, dass das mit Spendengeldern erbaute zweite Mädchen-Schlafsaal-Gebäude der Grundschule von Naberera aktuell leer steht. Es kommen einfach zu wenig Mädchen.
Aber diejenigen, die uns hier so begeistert begrüßen, sind offensichtlich froh, dass sie im Grundschul-Internat sein und lernen dürfen!
