Schnappschuss Nr. 33: Überraschung zum 1. Advent

Während in Bayern die Adventszeit mit Schneechaos und Eiseskälte beginnt, freuen wir uns hier über viel Regen:
Wo in den letzten drei Jahren fast nur braun-graue Hügel zu sehen waren und kaum auch nur Gras gewachsen ist, sprießt jetzt überall alles.

Stefan kommt von seinem Pfarrers-Montags-Joggen zurück und schlägt vor, dass wir gleich nach dem Frühstück unseren Ehespaziergang machen. Denn heute ist es sonnig und wunderbar klar.

Wir fahren also ein paar Kilometer die schlechte Straße hoch und stellen das Auto an der Krankenstation ab. Von dort geht es beständig weiter bergauf, an etlichen Feldern und kleinen Siedlungen vorbei, wo überall Menschen mit der Hacke arbeiten und uns freundlich grüßen.

Sie können schlecht nachvollziehen, was wir Weißen hier machen:
„Wie, ihr wollt einfach nur auf den Berg da steigen, um euch zu bewegen?“
„Naja, wir haben ja kein Feld, nicht einmal Schafe oder Ziegen, die wir weiden könnten. Deshalb wandern wir gerne an unserem freien Tag!“

Auf dem Asina-Berg ganz oben haben sich erstaunlicherweise einige Wasafa angesiedelt, ein kleiner Stamm aus Süd-Tansania. Wie eine kleine Wild-West-Siedlung sieht das aus.
Hier trinken wir an einem Mini-Kiosk ein Soda (Süßgetränk) und starten zur letzten Etappe auf den Gipfel des sogenannten Ranger-Berges auf 2370 m über Meereshöhe.
Eine traumhafte Aussicht neben uralten Zypressen wartet auf uns.

Beim Abstieg durch alte Forstwälder mit wunderbarer Ruhe finden wir plötzlich mitten im Grünen einen Adventsgruß:
Hier wächst eine wilde weiße Amaryllis!

„Seht die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Aber selbst Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen.“ (Lukas 12;27)