Schnappschuss Nr. 32: Leben am Limit

Oder: Haraka-haraka haina baraka. (Tansanisches Sprichwort: Hetzen bringt nix.)

Unsere Tochter Anna-Maria ist seit gestern in Tansania. Deshalb will ich natürlich zügig von meiner Arbeit in der Ambulanz im Selian Hospital nach Hause. Tanken können wir ja nachher zusammen auf dem Weg in die Stadt.
Denke ich.

Auf dem steilen Anstieg zu unserer Wohngegend passiert es dann: Der Suzuki bleibt einfach stehen. Ups: Tank leer!

Kurz entschlossen halte ich das nächste Motorrad (Pikipiki) an und bitte den Fahrer, mir aus der Patsche zu helfen. Der Mitfahrer findet es gar nicht schlimm, dass seine Reise unterbrochen wird, legt mal gleich zwei Steine unter die Hinterreifen und holt sich medizinischen Rat für sein noch schmerzendes Bein nach einem Autounfall.

Zum Glück kommt während der ganzen Zeit kein Fahrzeug den schmalen Weg hoch oder runter, den ich gerade blockiere.

Wie gut, dass ich einen 5-Liter-Wasserkanister im Auto habe. Der wird jetzt zum Benzinkanister umgewidmet.

Nach ca. 20 Minuten ist das Pikipiki zurück. Als Einfüllstutzen dient meine abgeschnittene Wasserflasche, sofort springt das Auto wieder an und bringt mich – endlich – die letzen 500 Meter nach Hause.

Kommentar unserer Tochter: „So tansanisch bist du schon, Mama: Soweit würdest du es in Deutschland NIEMALS kommen lassen!“

Alles halb so wild. Man muss sich nur zu helfen wissen…