Schnappschuss Nr. 25: Maria Yakobo

Für die allererste Frauen-Konferenz unserer Diözese habe ich (Katrin) mich bereit erklärt, zusammen mit einem Krankenpfleger der Lutherischen Stadtklinik kostenlose, einfache Vorsorge-Untersuchungen anzubieten. 
So etwas wie einen Gesundheits-Check-up kennt man hier bisher kaum, und den können sich auch nur die Reichen leisten. 

Draußen vor dem Konferenz-Gebäude stellen wir zwei Tische und Stühle auf, messen Gewicht, Größe, Blutdruck und (bei einigen) Blutzucker, beraten und beantworten medizinische Fragen. 

Ich finde es lustig, dass die Frauen sich gar nicht daran zu stören scheinen, wenn immer vier, fünf andere ganz dicht um uns herum stehen und einfach alles mitbekommen. Und vielleicht sogar mitreden! Nix von wegen Privatsphäre..

Ob es daran liegt, dass vor allem die Über-Vierzigjährigen zur Untersuchung kommen? Auf jeden Fall sind mindestens 80 % der Frauen zu dick – oder zu klein für ihr Gewicht – und nicht wenige wirklich übergewichtig. 
Einige fischen wir raus, deren Blutdruck definitiv zu hoch ist. 
Die sogenannten nicht übertragbaren (Zivilisations)-Krankheiten sind auf dem Vormarsch in Tansania!

Weil Frauen aus sämtlichen Lutherischen Gemeinden eingeladen sind, treffe ich Christen aus Kibaya und Umgebung wieder, von denen ich manche mehr als 22 Jahre lang nicht mehr gesehen habe. Das ist so schön!

Eine von ihnen ist Maria Yakobo. Sie erkennt mich gleich, freut sich riesig, schenkt mir eine ihrer Halsketten und erinnert mich an ihre Geschichte mit uns:

Sie entwickelte nach der Entbindung ihres ersten Kindes eine schwere Psychose und wurde mit dem Säugling zu uns gebracht. Wochenlang wohnte sie bei uns auf dem Grundstück mit. (Wir hatten so eine Art Massai-Gästehaus für solche Notfälle.)

Ich kann mich an Details nicht erinnern, aber ich muss ihr irgendein wirksames Medikament gegeben haben.
„Weißt du nicht mehr, das waren so kleine weiße Tabletten!“ 
Außerdem wurde viel für sie gebetet. 

Irgendwann konnte sie mit ihrem Säugling wieder nach Amei zurück, in ihren kleinen Heimatort weit draußen in der Steppe. 

Heute hat Maria hat sechs erwachsene, gesunde Kinder, ist Kirchenälteste und hat eine ganz besondere Ausstrahlung, besonders wenn sie erzählt, wie Gott sie damals geheilt hat.

Massai-Frauen-Power