Schnappschuss Nr. 24: Kinder, Kinder

Samstag, zehn Uhr in Ilboru, einem alten, wunderschön grünen Ortsteil von Arusha am Hang des Meru-Berges. Hier begann vor ca. 130 Jahren die christliche Mission in Tansania. 

Vor der alten Kirche, die längst zu klein für die Gemeinde geworden ist und um eine viel größere ergänzt wurde, treffen sich seit Jahren jede Woche Waisenkinder zusammen mit Kindern aus armen Familien.
Ein junger Mann, der früher selber zu diesen Kleinen zählte, kümmert sich heute um das Programm. Stefan und ich wollen einfach mal dabei sein.

Während wir auf den Leiter warten, spielen Stefan und ich mit den Kindern auf der staubigen Wiese. Ich nehme die kleinen, Stefan die etwas größeren Kinder. 

Meine Güte, wie ging nochmal dieses Spiel mit dem Plumpsack?
Ich bin definitiv aus der Übung … und vielleicht auch schon ein bisschen zu alt??? 

Barfuß laufe ich mit den Kindern im Kreis um die Wette …
Die haben ihren Spaß mit der weißen Frau und geben anschließend ihre eigenen Lauf- und Tanz-Spiele zum Besten. Klappt doch!

Es ist wunderbar, dass hier seit Jahren ganz unauffällig etwas läuft,
zu dem wir alle Gemeinden in unseren diakonischen Seminaren ermutigen.
Der jetzige stellvertretende Bischof hat diese Treffen ins Leben gerufen, als er hier Ortspfarrer war.

Genau das soll in allen 110 Lutherischen Kirchengemeinden eingeführt werden: Einmal im Monat spielen, lachen, singen, sich satt essen – und die Sorgen loswerden.
So erleben die Kinder, denen das Leben oft hart zusetzt, dass es neben „vielen Zitronen auch Limonade gibt“.

Das ist Diakonie ganz einfach – mit minimalen Kosten und enormer Wirkung.
Je eine kleine Hausgemeinde soll einmal das Kochen übernehmen. Damit ist die Last auf viele Schultern verteilt, auch finanziell.

Und die Kirche wird langsam zu dem, was sie sein soll: Die Mutter der Waisen.

Der Plumpsack geht um