Schnappschuss Nr. 12: Regen-Segen

19. November – 4 Tage vor meiner Reise in die alte Heimat:

Mit unserer Besucherin fahren wir in die hügelige Gegend um Oldonyo Sambu, wo nur Gras wächst, aber zur Zeit alles braun und staubtrocken ist. Ein neu erbauter Hort in the middle of nowhere soll Unterstützung bekommen, in den sogar ein paar 12-jährige Massai-Kinder gehen, um endlich lesen und schreiben zu lernen.

Kurz bevor wir die kleine, bis auf den letzten Platz gefüllte Lehmkirche betreten, fängt es an zu schütten. Der Regen prasselt mit einer derartigen Lautstärke auf das Blechdach, dass man sein eigenes Wort nicht versteht.
Aber das macht nichts: Alle singen begeistert aus voller Kehle und tanzen dazu auf Massai. Regen!!!! Endlich! Und zwar ein richtig starker. Ab morgen wird hier das Gras sprießen, die Tiere werden nicht mehr hungern, die Menschen können aufatmen.

Ein unbeschreibliches Erlebnis, das kein Foto und kein Film wiedergeben kann.

Auf dem Heimweg bleiben wir in einer tiefen Fahrrinne im Schlamm stecken und brauchen eineinhalb Stunden und viel Mühe, um den Suzuki im Dunkeln wieder flott zu bekommen, dessen Allrad-Antrieb heute nicht funktioniert .
Aber was ist das gegen die Freude, die wir gemeinsam erleben durften?