Schnappschuss Nr. 8: Heiße Eisen

Ich sitze als einzige Nicht-Tansanierin im Palliativmedizinischen Kurs in Arusha, veranstaltet von Selian Palliative Care, die inzwischen weitgehend ohne ausländische Gelder auskommen müssen, nachdem sie 20 Jahre lang fremd finanziert waren.
Heute, am siebten von zehn Tagen, geht es um Sexualität bei schwer kranken Menschen.

Tumaini Kweka, die Leiterin, macht ihre Sache sehr gut und versteht es, die 24 Teilnehmenden (neun Ärzte, elf Krankenschwestern, ein Pfarrer, eine Psychologin, ein Pharmazeut und ein Sozialpädagoge) in eine äußerst lebendige Diskussion zu führen. Zunächst geht es nämlich gar nicht um palliative Fragen, sondern im Grunde um uns selbst, wie Männer und Frauen ticken, um Gebräuche, Vorstellungen und was heilsam oder zerstörerisch ist.

Durch ihre sehr offene aber diskrete Art, ihre frechen, direkten Fragen und die wachsende Offenheit der Gruppe bekomme ich Einblick in Bereiche, die uns hier sonst kaum zugänglich sind.
So etwas habe ich in Deutschland ansatzweise nur im Eheseminar erlebt.

Es wird viel gelacht. Und ich bin sicher, dass jeder auf seine Weise etwas von dieser Einheit mit nach Hause nimmt. Nicht nur für die Patienten.

Ernste Themen und doch wird gelacht!